Ich habe ein Spiel gebaut, veröffentlicht, für Smartphones angepasst und den Link in sozialen Netzwerken geteilt.
Ich dachte: Jetzt werden es nach und nach Leute finden.
Doch schnell wurde klar: Ein Spiel zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass es gefunden wird, sind fast zwei verschiedene Aufgaben.
Ich entwickle allein das Browser-Spiel ORA Quest. In meinen eigenen Zugriffsdaten sehe ich: Menschen erreichen das Spiel, aber Google ist bisher nur ein sehr kleiner Eingang.
- Online sein heißt nicht automatisch auffindbar sein
- Nicht nur Werbung schreiben, sondern neue Eingänge schaffen
- Solo-Entwickler haben einen anderen Vorteil
- Lokalisierung betrifft auch das Gefundenwerden
- Social Media wirkt sofort, Suche oft später
- Vielleicht beginnt Marketing schon während der Entwicklung
Online sein heißt nicht automatisch auffindbar sein
Früher stellte ich mir den Ablauf simpel vor: Seite veröffentlichen, Google findet sie, sie erscheint in der Suche, jemand klickt.
Doch Menschen, die ORA Quest noch nicht kennen, suchen natürlich nicht nach „ORA Quest“. Sie suchen nach Begriffen wie „kostenloses Browser-RPG“, „Indie Webgame“ oder „kurzes Spiel im Browser“.
Wenn eine Seite nur den Namen des eigenen Produkts wiederholt, kann sie für Fremde praktisch unsichtbar bleiben.
Nicht nur Werbung schreiben, sondern neue Eingänge schaffen
Deshalb schreibe ich nicht nur „Spielt mein Spiel“. Interessanter sind die echten Probleme und Entscheidungen während der Entwicklung.
Ein Beispiel: Mein Webspiel funktionierte auf meinem Rechner, aber auf manchen Smartphones nicht. Daraus entstehen Suchfragen wie „JavaScript funktioniert am PC, aber nicht mobil“ oder „Web-App läuft lokal, aber nicht im Produktivsystem“.
Wer wegen eines solchen Problems auf einen Artikel stößt, suchte ursprünglich nicht nach ORA Quest. Vielleicht entdeckt er das Spiel aber genau dadurch.
Solo-Entwickler haben einen anderen Vorteil
Große Studios können Werbung, Trailer und Influencer bezahlen. Einzelentwickler selten.
Dafür können wir den Entwicklungsprozess selbst veröffentlichen: Fehler, Entscheidungen, Experimente, Sackgassen und Erkenntnisse.
Jeder dieser Texte kann zu einem weiteren Eingang über die Suche werden.
Lokalisierung betrifft auch das Gefundenwerden
ORA Quest unterstützt mehrere Sprachen. Aber eine deutsche Version allein sorgt nicht dafür, dass deutschsprachige Spieler sie entdecken.
Suchbegriffe, Titel und Erwartungen unterscheiden sich je nach Markt. Deshalb muss nicht nur das Spiel lokalisiert werden, sondern auch der Weg zum Spiel.
Social Media wirkt sofort, Suche oft später
Ein Social-Post kann heute viele Besucher bringen und morgen fast verschwunden sein. Ein Suchartikel kann am ersten Tag kaum gelesen werden und Monate später plötzlich jemanden erreichen.
Für mich ist Social Media der Weg für heute. Suchinhalte sind Eingänge, die ich für die Zukunft baue.
Vielleicht beginnt Marketing schon während der Entwicklung
Früher dachte ich: Erst fertigstellen, dann bewerben. Inzwischen halte ich einen anderen Ablauf für sinnvoller: bauen, dokumentieren, veröffentlichen, lernen und weiterbauen.
Wenn das Spiel später fertig ist, existieren im Idealfall schon viele Wege dorthin.

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